Innerhalb von weniger als 24 Stunden am Mittwoch, 24. Juni, verdeutlichten drei bedeutende Erdbebenereignisse (Magnitude > 5) weltweit, wie entscheidend das Zusammenspiel von Naturgefahr, Exponierung und Vulnerabilität für das Ausmass der Folgen von Naturkatastrophen ist.
Um 18:04 Uhr Ortszeit erschütterte ein Erdbeben der Magnitude 7,5 den Norden Venezuelas, etwa 100 Meilen westlich der Hauptstadt Caracas. Nach ersten Modellschätzungen des USGS PAGER haben mehr als 10 Millionen Menschen starke Bodenerschütterungen (MMI > VI) erlebt. Die wirtschaftlichen Schäden dürften USD 10 Mrd. übersteigen, zudem ist mit potenziell mehreren Tausend Todesopfern zu rechnen. Bislang liegen aus Venezuela nur begrenzte offizielle Informationen vor, jedoch zeigen erste Bilder schwere und weitreichende Schäden. Es ist davon auszugehen, dass die Zahl der gemeldeten Opfer in den kommenden Tagen weiter ansteigen wird.
Erdbeben sind in Venezuela vergleichsweise häufig. Entlang der Nordküste des Landes verläuft eine rechtsseitige Horizontalverschiebung entlang einer Verwerfung. Westlich von etwa 67° westlicher Länge handelt es sich um die Oca-Ancón-Verwerfung, östlich davon um die El-Pilar-Verwerfung. Zudem zweigt dort eine dritte rechtsseitige Horizontalverschiebung in südwestlicher Richtung ab. Das Erdbeben der Magnitude 7,5 ereignete sich an der Schnittstelle dieser Verwerfungen, vermutlich auf der Hauptverwerfung in Ost-West-Richtung. Nach Angaben des USGS war das Beben der Magnitude 7,5 das Hauptbeben eines sogenannten Doppelbebens und wurde lediglich 39 Sekunden zuvor von einem Beben der Magnitude 7,2 eingeleitet. Dadurch verlängerte sich die Dauer der starken Bodenerschütterungen erheblich.

Quelle: USGS, Earthquake Insights, J.A. Hubbard and K. Bradley. Per 25. Juni 2026.
26 Minuten nach dem Erdbeben in Venezuela ereignete sich vor der Ostküste Japans ein Erdbeben der Magnitude 6,9. Das Epizentrum lag rund 30km ostnordöstlich von Kuji in der Präfektur Iwate. Ein Erdbeben dieser Stärke ist in dieser Region Japans nicht ungewöhnlich. Bereits im Dezember 2025 ereignete sich in unmittelbarer Nähe ein Beben der Magnitude 7,6, und auch die stärkeren Erdbeben in den Jahren 2021 (Magnitude 7,1) und 2022 (Magnitude 7,3) traten in vergleichbaren Gebieten weiter südlich entlang der Tōhoku-Küste im Nordosten Japans auf. Nach Schätzungen des USGS PAGER waren rund 345.000 Menschen starken Bodenerschütterungen ausgesetzt. Dennoch werden die Schäden voraussichtlich gering ausfallen.
Bereits zuvor, um 8:10 Uhr Ortszeit, hatte ein Erdbeben der Magnitude 5,6 rund sieben Meilen nördlich von Redwood Valley im Landesinneren des Mendocino County in Nordkalifornien stattgefunden, etwa 120 Meilen nördlich von San Francisco. Das betroffene Gebiet ist nur dünn besiedelt. Nach Schätzungen des USGS PAGER waren rund 21.000 Menschen starken Erschütterungen (MMI > VI) ausgesetzt. Die Auswirkungen scheinen bislang begrenzt zu sein; Berichte über schwere Verletzungen oder erhebliche Gebäudeschäden liegen derzeit nicht vor.
Auf Grundlage der derzeit verfügbaren Marktinformationen und vorläufiger Schätzungen der versicherten Marktschäden erwarten wir nicht, dass die Ereignisse in Japan und Kalifornien versicherte Schäden verursachen werden, die für unser Cat Bond Portfolio finanziell wesentlich sind. Hinsichtlich des Erdbebens in Venezuela gilt: Obwohl das Ereignis selbst erheblich ist, weist unser Cat Bond Portfolio keine Exponierung gegenüber der betroffenen Region auf. Daher erwarten wir auch aus diesem Ereignis keine Auswirkungen. Insgesamt rechnen wir nicht mit wesentlichen Auswirkungen dieser Ereignisse auf unsere gemischten ILS-Portfolios.
Twelve Securis beobachtet alle Katastrophenereignisse genau und wird über relevante neue Grossereignisse gesondert informieren.
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