Erdbeben Japan vom 28. Juli 2026
Am 28. Juli 2026 um 16:27 Uhr Ortszeit (07:27 Uhr UTC) ereignete sich in der Präfektur Kumamoto auf Kyushu ein Erdbeben der Stärke 6,8; es werden weiterhin zahlreiche schwächere Nachbeben gemeldet. Die Schadensbewertung ist noch im Gange, weitere Informationen werden in den kommenden Tagen erwartet.
Die Japanische Meteorologische Agentur (zuständig für die Erfassung, Analyse und Meldung von Erdbeben in Japan) meldete eine Stärke von 7,1 (basierend auf der Mj-Skala) mit einer seismischen Intensität von 7 (dem höchsten Wert) auf der Shindo-Skala, die in den Gemeinden Uki und Hikawa gemessen wurde.
Das Epizentrum des Bebens soll sich etwa 5km südwestlich des Epizentrums des Kumamoto-Erdbebens der Stärke 7,0 befunden haben, das Kyushu im Jahr 2016 heimgesucht hatte. Das Erdbeben von 2016 führte zu Rückversicherungsschäden in Höhe von JPY 392 Milliarden (laut Angaben der General Insurance Association of Japan / Japan Earthquake Reinsurance Co., Ltd.), wobei die gesamten versicherungstechnischen Schäden auf USD 6,1 Milliarden geschätzt wurden (laut Angaben von PERILS AG). Das Kumamoto-Erdbeben von 2016 steht an zweiter Stelle der grössten ausbezahlten Schadenssummen seit der Einführung des japanischen Erdbebenversicherungssystems.
Vorläufige Modellierungen des Prompt Assessment of Global Earthquakes for Response (PAGER) Systems, des U.S. Geological Survey (USGS) deuten auf eine Wahrscheinlichkeit von 27% hin, dass die wirtschaftlichen Schäden USD 10 Milliarden übersteigen (Version 1, erstellt 25 Minuten nach dem Ereignis). Dies liegt unter der Wahrscheinlichkeit von 52%, die die USGS dem Ereignis von 2016 zugewiesen hatte. Basierend auf den ersten Schätzungen wird derzeit davon ausgegangen, dass die Auswirkungen des Ereignisses geringer oder vergleichbar mit denen des Ereignisses von 2016 sein werden (unter Berücksichtigung von Veränderungen bei Immobilien und Werten in ganz Kyushu).
Abbildung: Makroseismische Intensitätskarte der USGS
Quelle: https://www.usgs.gov/. Stand: 28. Juli 2026.
Japan ist ein erdbebenreiches Land, dessen Gebäude und Infrastruktur entsprechend widerstandsfähig und gut konzipiert sind. Seit dem Tohoku-Erdbeben im Jahr 2011 wurde Japan von fünf schweren Erdbeben mit Versicherungsschäden von jeweils über USD 1 Milliarde heimgesucht. Auch wenn nicht davon auszugehen ist, dass das aktuelle Ereignis auch nur annähernd das Ausmass des Tohoku-Erdbebens erreichen wird, dürfte es doch mit vielen der jüngsten Ereignisse, darunter dem Noto-Erdbeben von 2024, vergleichbar sein. Es werden Versicherungsschäden in Milliardenhöhe erwartet.
Basierend auf derzeit verfügbaren Informationen rechnen wir nicht mit nennenswerten Verlusten für den Cat Bond Markt oder unsere Cat Bond Fonds. Auch hinsichtlich unserer Portfolios mit privaten ILS-Engagements deutet unsere vorläufige interne Einschätzung derzeit nicht auf wesentliche Auswirkungen hin. Sollten sich diese ersten Einschätzungen ändern, werden wir Sie darüber informieren.
Waldbrände in Europa
Derzeit kommt es europaweit zu schweren Waldbränden.
Die gesamte verbrannte Fläche in der Europäischen Union im Jahr 2026 beträgt etwa das Fünffache des langjährigen Durchschnitts (2006–2025), wobei die dieses Jahr verbrannte Fläche in Frankreich derzeit die grösste der letzten 30 Jahre ist. Zwei besonders auffällige Brandherde westlich von Madrid in Spanien und westlich von Bordeaux entlang der Côte d’Argent standen im Mittelpunkt des Medieninteresses. Obwohl beide Brände noch andauern, bedroht derzeit keiner von beiden direkt ein grösseres städtisches Zentrum.
Bis heute bestehen die Hauptfolgen der Brände in Beeinträchtigungen des Alltags (über 300.000 Menschen wurden aus ihren Häusern evakuiert) sowie in gesundheitlichen und ökologischen Auswirkungen.
Die direkten Sachschäden sind jedoch bislang relativ begrenzt geblieben; aktuellen Berichten zufolge wurden in der französischen Gironde mehrere hundert Häuser zerstört. Daher dürften die direkten Auswirkungen dieser Ereignisse auf die Sachversicherung – die für die Sach-(Rück-)Versicherung am relevantesten sind – begrenzt sein, und die Auswirkungen auf ILS werden voraussichtlich minimal sein. Die Löscharbeiten und Schadensbewertungen dauern an, sodass diese Zahlen noch steigen könnten.
Twelve Securis beobachtet alle Katastrophenereignisse genau und wird über relevante neue Grossereignisse gesondert informieren.
Für Fragen oder weitere Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
Freundliche Grüsse
Twelve Securis
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