Am frühen Dienstag, 1. September, bildete sich Tropensturm Edouard über dem nördlichen Golf von Mexiko nahe der Grenze zwischen Florida und Alabama aus einem Tiefdruckgebiet mit schwacher konvektiver Aktivität. Edouard zog vor der Küste entlang der nördlichen Golfküste westwärts, bevor er um 14:20 Uhr Ortszeit nahe Johnson Bayou, Louisiana, mit maximalen anhaltenden Windgeschwindigkeiten von 60 mph auf Land traf. Zum Zeitpunkt des Landfalls war Edouard ein kompakter Sturm. Während Teile des südöstlichen Texas und des südwestlichen Louisiana von Winden in Tropensturmstärke und starken Niederschlägen betroffen waren, wurden bislang nur begrenzte Schäden gemeldet. Die potenziellen Auswirkungen auf unsere Portfolios sind zum jetzigen Zeitpunkt noch ungewiss. Wir werden die weiteren Entwicklungen weiterhin genau beobachten und bei Bedarf über neue Erkenntnisse informieren.
Da in den kommenden Wochen keine weitere Sturmaktivität im Atlantik erwartet wird, dürfte 2026 zunehmend zur dritten Atlantischen Hurrikansaison in Folge werden, in der rund um den klimatologischen Höhepunkt der Saison keine nennenswerte Sturmaktivität zu verzeichnen ist. Anders als 2024 und 2025, als sich ausserhalb der traditionellen Hochphase bedeutende Stürme entwickelten, wurde 2026 bislang noch kein Sturm in Hurrikanstärke registriert. Da sich El Niño im tropischen Pazifik weiter verstärkt und die WMO (Weltorganisation für Meteorologie) diese Woche erneut auf dessen mögliche globale Auswirkungen hingewiesen hat, dürften die Bedingungen für die Entwicklung tropischer Wirbelstürme im Atlantik weiterhin überwiegend ungünstig bleiben. Entsprechend bleibt die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass sich die ungewöhnlich geringe Sturmaktivität der Saison 2026 fortsetzt.
Im Gegensatz dazu bleibt der tropische Pazifik aktiv. Derzeit befinden sich drei Stürme in Hurrikanstärke im östlichen und zentralen Pazifik sowie ein schwächerer Tropensturm im westlichen Pazifik. Das bedeutendste System ist Hurrikan Lowell, der zuvor Kategorie 5 erreicht hatte. Aktuellen Prognosen zufolge dürfte Lowell am Wochenende nach Norden abdrehen und am Montag westlich an Hawaii vorbeiziehen. Dabei wird eine Abschwächung auf Kategorie 3 beziehungsweise eine starke Kategorie 2 erwartet. Der weitere Verlauf von Lowell ist jedoch weiterhin mit Unsicherheit behaftet, und ein Landfall auf Kauaʻi oder möglicherweise auch auf Oʻahu, einschliesslich des Grossraums Honolulu, kann derzeit nicht ausgeschlossen werden. Sollte sich ein solches Szenario entwickeln, wären deutliche Parallelen zu Hurrikan Iniki im Jahr 1992 erkennbar. Iniki folgte einer weitgehend ähnlichen Zugbahn und traf Kauaʻi schliesslich als Hurrikan der Kategorie 4. Damals verursachte Iniki versicherte Schäden von schätzungsweise USD 1,6 Milliarden. Unter Berücksichtigung der seither gestiegenen Immobilienwerte und Exponierungen könnte ein vergleichbares Ereignis heute versicherte Schäden deutlich im zweistelligen Milliardenbereich verursachen.
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