Atlantik – Hurrikan Isaias
Hurrikan Isaias entwickelte sich am 7. Oktober im südwestlichen Golf von Mexiko zunächst zu einem tropischen Sturm, bevor er sich am 8. Oktober zum ersten atlantischen Hurrikan der Saison verstärkte. Derzeit zieht er als Hurrikan der Kategorie 2 nordwärts und dürfte sich über den warmen Gewässern des Golfs von Mexiko weiter zu einem Hurrikan der Kategorie 3 verstärken. Es wird erwartet, dass Isaias am späten Abend des 9. Oktober oder in den frühen Morgenstunden des 10. Oktober auf Land trifft, voraussichtlich als Hurrikan der Kategorie 2 oder als starker Hurrikan der Kategorie 1. Das mögliche betroffene Gebiet erstreckt sich von Mobile, Alabama, bis zum westlichen Teil des Florida Panhandle. Der derzeit wahrscheinlichste Ort liegt in der Nähe von Pensacola, Florida.
Eine rasche Intensivierung vor dem Landkontakt bleibt möglich. Allerdings dürften zunehmende Windscherung und trockene Luft in Küstennähe eine weitere Verstärkung begrenzen. Ein wesentlicher Treiber der versicherten Schäden entlang der nördlichen Golfküste und des Florida Panhandle dürfte die Sturmflut sein, deren Auswirkungen durch die zeitliche Überschneidung mit der Flut verstärkt werden könnten. Aktuelle Prognosen gehen von Sturmfluthöhen von bis zu 1,5–2 Metern in der Mobile Bay und im westlichen Florida Panhandle aus. Auch starke Regenfälle könnten zu Schäden führen, da Niederschlagsmengen von 100–200 mm auf bereits gesättigte Böden erwartet werden.
Zu den historischen Hurrikanen mit vergleichbaren Zugbahnen und Intensitätsprofilen zählen Sally (2020), Erin (1995) und Opal (1995). Hurrikane der Kategorie 1, die in dieser Region auf Land trafen, verursachten in der Vergangenheit branchenweite Schäden in Höhe von mehreren hundert Millionen bis zu wenigen Milliarden US-Dollar. Bei Hurrikanen der Kategorie 2 lagen die Schäden im niedrigen bis mittleren einstelligen Milliardenbereich.
Gemäss aktuellen Prognosen gilt ein mit Hurrikan Sally vergleichbares Szenario mit versicherten Schäden im mittleren einstelligen Milliardenbereich (USD) als am wahrscheinlichsten. Allerdings besteht weiterhin erhebliche Unsicherheit hinsichtlich des genauen Orts des auf Land Treffens und der Intensität. Sollte sich Isaias stärker als erwartet intensivieren, kann ein Szenario ähnlich wie bei Hurrikan Opal mit versicherten Schäden von über USD 10 Mrd. nicht ausgeschlossen werden. Ein solches Szenario wird derzeit jedoch als weniger wahrscheinlich eingeschätzt.
Pazifik – Hurrikan Simon
Der Grossteil der tropischen Wirbelsturmaktivität konzentrierte sich in dieser Saison auf den Pazifik. Dieser Trend setzte sich mit Hurrikan Simon im östlichen Pazifik fort.
Simon entwickelte sich am 7. Oktober zu einem tropischen Sturm und verstärkte sich am 9. Oktober zu einem Hurrikan. Derzeit wird Simon als Hurrikan der Kategorie 1 eingestuft. Bis zum 10. Oktober wird eine Verstärkung auf Kategorie 4 erwartet, wodurch Teile der westlichen Zentralküste Mexikos von erheblichen Auswirkungen durch starke Winde, Sturmfluten und intensive Niederschläge betroffen sein könnten.
Es wird erwartet, dass Simon als Hurrikan der Kategorie 3 auf den mexikanischen Bundesstaat Jalisco trifft. Kurz danach dürfte der Sturm über Puerto Vallarta oder in unmittelbarer Nähe der Stadt hinwegziehen. Erwartete Niederschlagsmengen von 200–400 mm könnten zu erheblichen Überschwemmungen führen.
Simon könnte beträchtliche lokale wirtschaftliche Schäden verursachen, insbesondere wenn der Hurrikan seine Intensität im Raum Puerto Vallarta beibehält. Die Auswirkungen auf die Rückversicherungsbranche werden derzeit jedoch als begrenzt eingeschätzt.
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