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Hurrikansaison 2026 – frühe Prognose

21. April 2026
Von Twelve Securis

Wir nähern uns der Hurrikansaison 2026, und die Hinweise auf einen kommenden starken El Niño verdichten sich zunehmend. Tatsächlich besteht die Möglichkeit, dass es sich um eines der stärksten – wenn nicht sogar das stärkste – El-Niño Ereignis seit Beginn der Aufzeichnungen handeln könnte. Dies ist für ILS-Investoren von besonderer Bedeutung.

El Niño (die warme Phase der El-Niño-Southern Oscillation, einem wiederkehrenden, unregelmässigen Klimamuster im tropischen Pazifik) hat einen starken Einfluss auf das Wetter in den globalen Tropen. Im Atlantik dämpft El Niño die Sturmaktivität durch stärkere Westwinde in der oberen Troposphäre (d. h. erhöhte vertikale Windscherung) sowie durch eine allgemein erhöhte atmosphärische Stabilität.

Während Vorhersagen zur atlantischen Hurrikansaison in der Regel nur mit Zurückhaltung interpretiert werden und die meisten anerkannten Prognostiker zur Vorsicht bei der Überinterpretation früher Prognosen raten, deuten mehrere aktuelle Vorhersagen nun mit höherer Zuversicht auf eine unterdurchschnittliche und in einigen Fällen deutlich unterdurchschnittliche Sturmaktivität während der Hurrikansaison 2026 hin.

All dies schliesst jedoch die Möglichkeit eines schweren, verheerenden Sturms in dieser Saison nicht aus. So ereignete sich Hurrikan Andrew, der oft als „die Ausnahme, die die Regel bestätigt“ für den Einfluss von El Niño auf das Hurrikanrisiko angeführt wird, in der Abklingphase nach einem starken winterlichen El Niño. Hurrikan Betsy im Jahr 1965 (der einzige Sturm, der in dieser Saison die Stärke eines schweren Hurrikans erreichte) ist ein weiteres warnendes Beispiel. Die Hurrikansaison 1965 wurde von einem starken El Niño bestimmt, der sich aus einem winterlichen La Niña entwickelte, genau wie es für 2026 erwartet wird. Die Auswirkungen von Betsy in Louisiana vor 60 Jahren waren verheerend, und Betsy stellte einen Rekord auf, da er als erster Hurrikan Schäden in Höhe von über USD 1 Mrd. verursachte. Eine Wiederholung von Betsy würde heute wahrscheinlich versicherte Schäden in Höhe von über USD 50 Mrd. verursachen.

Eine fundierte Quantifizierung dessen, wie El Niño und andere Klimafaktoren sowie globale und lokale Meerestemperaturen das Risikoprofil eines gut strukturierten, geografisch diversifizierten ILS Portfolios verändern, ist seit mehreren Jahren ein Schwerpunkt der Forschung von Twelve Securis, und unser Instrumentarium entwickelt sich kontinuierlich weiter. Wichtige Modellaktualisierungen grosser Anbieter im Laufe des Jahres 2026 werden erstmals eine explizite Darstellung des Klimazustands enthalten. Die Zusammenarbeit mit führenden Wissenschaftlern liefert Einblicke in den Stand der Forschung; und langjährige Beziehungen zu Modellierern klimabezogener Risiken bieten uns hierbei einen etablierten Rahmen.

Was den positiven Einfluss von El Niño auf das Risiko angeht blickt Twelve Securis somit vorsichtig, aber optimistisch auf die kommende Saison.

Die obige Grafik zeigt die Meeresoberflächentemperatur (SST) während der Hurrikansaisons von 1950 bis 2025, gemittelt über den Hauptzeitraum von August bis Oktober, anhand von zwei Kennzahlen. Ausserdem ist eine Ensemble Vorhersage der Indizes des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersagen (ECMWF) dargestellt, die Anfang dieses Monats veröffentlicht wurde. Die x-Achse stellt die SST-Anomalie der Hauptentwicklungsregion (MDR) im Vergleich zur Basislinie von 1991–2020 dar, und die y-Achse stellt den Relative Oceanic Niño Index (RONI) dar. Die Grösse und Farbe der Markierungen stehen für die Gesamtzahl der Hurrikane im Becken bzw. die Anzahl der Hurrikane, die die USA trafen.

Je wärmer die MDR ist, desto mehr Energie steht zur Verfügung, um Hurrikane zu nähren. Der RONI-Index erfasst den Zustand des ENSO, wobei RONI-Werte ≥ 0,5° als El Niño und ≤ -0,5° als La Niña gelten. Die Erfahrung zeigt, dass die aktivsten Saisons tendenziell in der unteren Hälfte des Diagramms liegen, d. h. bei La Niña ähnlichen Bedingungen, und/oder in der rechten Hälfte des Diagramms, d. h. bei überdurchschnittlich warmen SSTs im Atlantik. Hyperaktive Saisons wie 2005 und 2020 liegen im unteren rechten Quadranten. Die Prognose ist zu diesem Zeitpunkt noch relativ breit gestreut und wird sich mit dem Herannahen des Saisonhöhepunkts verengen, doch die Medianprognose geht von einer Saison mit einem starken El Niño und mässig warmen MDR aus.

Quelle: Twelve Securis unter Verwendung von Daten des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersagen (ECMWF) und des National Hurricane Center (NHC). Per 21. April 2026.

Twelve Securis wird weiterhin sowohl öffentliche Vorhersagen als auch Prognosen von Forschungspartnern beobachten und seine Kunden entsprechend informieren.

Nur für professionelle/qualifizierte Anleger. Dieses Dokument dient ausschliesslich Informationszwecken und stellt weder eine Anlageberatung noch ein Angebot oder eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf eines Finanzinstruments dar.

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