Atlantik – Saisonale Aktivität und Hurrikan Isaias
In der Schlussphase der atlantischen Hurrikansaison verlagert sich die tropische Wirbelsturmaktivität typischerweise von der Hauptentstehungsregion im tropischen Atlantik in Richtung der Karibik, des Golfs von Mexiko und der Gewässer vor der US-Ostküste. Diese saisonale Verlagerung zählt zu den am besten vorhersehbaren und beständigsten Merkmalen der tropischen Wirbelsturmaktivität im Atlantik. Trotz des übergeordneten Einflusses von El Niño scheint die Saison 2026 diesem etablierten Muster zu folgen.
Der schwere Hurrikan Isaias, der einzige Sturm, der während der atlantischen Hurrikansaison 2026 Hurrikanstärke erreichte, bildete sich am 6. Oktober im westlichen Golf von Mexiko. Nachdem er sich abgeschwächt hatte, traf Isaias am späten Abend des 9. Oktober nahe Destin, Florida, als Hurrikan der Kategorie 2 auf Land. Modellbasierte Schätzungen deuteten bislang übereinstimmend auf versicherte Schäden im niedrigen einstelligen Milliardenbereich (USD) hin.
Für ILS-Investoren ist dabei zu beachten, dass modellbasierte Schätzungen bei vergleichsweise geringen Schadenhöhen dieser Grössenordnung historisch zwar eine nützliche Orientierung hinsichtlich des potenziellen Ausmasses der branchenweiten versicherten Schäden bieten, jedoch nur eine begrenzte Aussagekraft in Bezug auf die letztlich von Property Claim Services (PCS) gemeldeten Schäden oder die Auswirkungen auf einzelne Zedenten haben. Zum jetzigen Zeitpunkt liegen noch keine offiziell bestätigten Schadenzahlen vor, und die Schätzungen sind weiterhin mit Unsicherheiten behaftet.
Atlantik
Der kurzlebige subtropische Sturm Josephine erreichte am 21. Oktober vor der Nordostküste der USA kurzzeitig den Status eines subtropischen Sturms, bevor er sich am späten 22. Oktober in ein kräftiges extratropisches Tiefdrucksystem umwandelte. Josephine brachte dem Nordosten der USA und dem Osten Kanadas stürmische Wetterbedingungen, wie sie für sogenannte «Nor’easter» typisch sind. Es werden keine wesentlichen Auswirkungen auf die Versicherungs- oder Rückversicherungsbranche erwartet.
Ostpazifik
Die tropische Wirbelsturmaktivität im Ostpazifik prägt weiterhin die Saison 2026. In den vergangenen zwei Wochen stellten sowohl der schwere Hurrikan Trudy als auch der sich entwickelnde Hurrikan Vance eine potenzielle Bedrohung für die Pazifikküste Mexikos dar. Gemäss den jüngsten Prognosen könnte sich Vance bis zum frühen Samstag zu einem schweren Hurrikan verstärken. Es wird jedoch erwartet, dass er sich vor seiner grössten Annäherung an die mexikanische Westküste beziehungsweise einem möglichen auf Land Treffen wieder unter die Intensität eines schweren Hurrikans abschwächt. Derzeit werden keine wesentlichen Auswirkungen auf die Versicherungs- oder Rückversicherungsbranche erwartet.
Westpazifik
Der Supertaifun Champi, der zeitweise eine Intensität entsprechend einem Hurrikan der Kategorie 5 erreichte, schwächt sich vor seiner erwarteten Passage nördlich von Taiwan am Wochenende ab. Im Nordosten Taiwans ist mit stürmischen Wetterbedingungen zu rechnen. Anschliessend dürfte Champi im Laufe der kommenden Woche auch Kyushu im Süden Japans erreichen, möglicherweise als tropischer Sturm oder tropisches Tiefdruckgebiet. Obwohl weiterhin die Gefahr von Starkregen und lokalen Überschwemmungen besteht, werden derzeit keine wesentlichen Auswirkungen auf die Versicherungs- oder Rückversicherungsbranche erwartet.
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