Anfang dieser Woche bildete sich mit dem Tropensturm Bertha der zweite benannte Sturm der nordatlantischen Hurrikansaison 2026. Er entstand über dem nordöstlichen Golf von Mexiko, rund 110 Meilen südlich von Panama City (Florida). Zunächst zog Bertha nach Norden und brachte Teilen des Florida Panhandle tropensturmähnliche Bedingungen, bevor sich der Sturm westwärts entlang der nördlichen Golfküste verlagerte. Am Mittwoch, 22. Juli, erreichte Bertha als Tropensturm mit Windgeschwindigkeiten von 45 mph (rund 72 km/h) in St. Bernard Parish, Louisiana, das Festland. Anschliessend zog der Sturm nahe entlang der Küste Louisianas weiter und schwächte sich bis spät am Donnerstag, 23. Juli, über Texas zu einem Tiefdrucktrog ab.
Tropensturm Bertha: Zugbahn

Quelle: https://www.polarwx.com/tropical/?storm=al022026. Per 24. Juli 2026
Als vergleichsweise schwacher Tropensturm wurde Bertha zu keinem Zeitpunkt als bedeutendes Versicherungsereignis eingestuft. Zwar gehen Tropenstürme häufig mit starken Niederschlägen und einem erhöhten Überschwemmungsrisiko einher, doch führte eine ausgeprägte Windscherung aus Norden dazu, dass Bertha eine stark asymmetrische Struktur entwickelte. Die intensivsten Niederschläge und stärksten Winde konzentrierten sich südlich des Sturmzentrums und damit abseits der Golfküste.
In den kommenden Wochen dürften eine anhaltend starke Windscherung über der westlichen Karibik und dem zentralen tropischen Atlantik sowie umfangreiche Saharastaubfelder über dem östlichen Atlantik die Entwicklung tropischer Wirbelstürme in den Hauptentstehungsgebieten bis in den August hinein weitgehend unterdrücken. Zwar bleibt eine potentielle Sturmentwicklung weiter nördlich entlang der US-Ostküste grundsätzlich möglich, die Wahrscheinlichkeit wird derzeit jedoch als gering eingeschätzt.
Die letzten Aktualisierungen der öffentlichen Saisonprognosen werden Anfang August veröffentlicht, noch vor dem klimatologischen Höhepunkt der atlantischen Hurrikansaison Ende August und Anfang September. Da sich El Niño im tropischen Pazifik weiter verstärkt, erwarten wir keine wesentlichen Änderungen dieser Prognosen. Der Ausblick auf eine unterdurchschnittlich aktive Atlantik-Hurrikansaison 2026 bleibt daher unverändert bestehen.
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