Der tropische Atlantik setzte seinen ruhigen Saisonstart fort, wobei das National Hurricane Center mitteilt, dass für die nächsten sieben Tage keine tropische Zyklonaktivität zu erwarten ist.
Mitte bis Ende August markiert traditionell den Übergang von der frühen und oft ruhigen Phase der atlantischen Hurrikansaison zum klimatologischen Höhepunkt der Saison. Für das Jahr 2026 wird jedoch weiterhin eine deutlich unterdurchschnittliche Aktivität erwartet. Die durch „El Niño“ bedingte Erwärmung des Ozeans im östlichen Pazifik verstärkt sich weiter und es gibt Anzeichen dafür, dass sie stark mit der Atmosphäre gekoppelt ist. Dies ist ein entscheidender Faktor für die Verbindung zwischen dem Pazifik und dem tropischen Atlantik. Die Windscherung über dem Atlantik lag im Juli 2026 auf Rekordniveau und wird voraussichtlich während der gesamten Saison stark bleiben. Anfang dieser Woche bestätigte die Colorado State University ihre vorherige Juli-Prognose. Das Team rechnet weiterhin mit nur einem einzigen schweren Hurrikan und lediglich 50 Einheiten akkumulierter Zyklonenenergie im Jahr 2026.
Der Pazifik hingegen bleibt weiterhin aktiv, wobei die Sturmaktivität im gesamten Pazifikraum in dieser Saison bislang deutlich über dem Durchschnitt liegt. Der Taifun „Dolphin“, ein langlebiger tropischer Sturm, der sich ursprünglich als Störung südlich der Hawaii-Inseln gebildet hatte, wird voraussichtlich am Wochenende als schwerer tropischer Sturm (Hurrikan der Kategorie 1) in der chinesischen Provinz Zhejiang auf Land treffen. Es werden keine wesentlichen Auswirkungen auf die Rückversicherung oder den ILS Markt erwartet.
Im Westen der USA hat sich der „Spokane Wildfire Complex“ im Bundesstaat Washington nach dem „Aspen Acres“-Brand in Colorado Ende Juni bis Anfang Juli zum zweiten bedeutenden Waldbrand des Jahres 2026 entwickelt. Beide Ereignisse haben Hunderte von Gebäuden zerstört, und der Property Claims Service hat Katastrophenfälle ausgerufen. Die Versicherungsschäden könnten bei jedem Ereignis auf bis zu USD 1 Milliarde ansteigen. Obwohl diese Brände für die betroffenen Bundesstaaten von grosser Bedeutung sind – in Washington könnten sie die höchsten Kosten in der Geschichte verursachen –, dürfte keines der beiden Ereignisse das Ausmass der Versicherungsschäden erreichen, die zwischen 2017 und 2025 in Kalifornien zu verzeichnen waren. Es werden keine wesentlichen Auswirkungen für Rückversicherungen oder ILS erwartet.
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